Patenschaften
Agatharied, Bad Tölz, Bayrischzell, Fischbachau, Gaißach, Gmund, Hausham, Holzkirchen, Lenggries, Miesbach, München, Reichersbeuern, Schaftlach, Schliersee, Tegernsee und Valley/Darching – sie alle stehen Pate für einen Integral. Achten Sie einmal darauf, wenn Sie mit der BOB unterwegs sind. Sie erkennen die „Patenkinder“ an den jeweiligen Wappen mit entsprechendem Schriftzug rechts und links vom Führerstand. Ein Zeichen dafür, dass die BOB zu einem wichtigen Teil der Region geworden ist. Durch die konstruktive Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden bietet die Bayerische Oberlandbahn jetzt einen leistungsstarken Schienenpersonennahverkehr an, der auf die Bedürfnisse der Region zugeschnitten ist und gleichzeitig ständig weiter entwickelt wird.
Bürgermeister und BOB-Geschäftsführer Heino Seeger enthüllten jedesmal feierlich das Wappen. Natürlich erhielten die Integrale, Mitarbeiter und Reisenden der BOB den geistlichen Segen beider Kirchen. Und dabei ging es sowohl heiter als auch besinnlich zu. Wir haben einige Eindrücke für Sie hier zusammengefasst.
Der "Agatharieder" Integral trägt das Maxlrainer Wappen.
Grundherren von Agatharied waren ab dem 12. Jahrhundert die Waldecker. Auf die Waldecker folgte das Geschlecht derer von Sandizell. Sie verkauften 1516 die Herrschaft Waldeck an die Maxlrainer, die dann im 16. und 17. Jahrhundert im Gebiet um Agatharied die Herrschaft ausübten. Die Maxlrainer übernahmen den roten Falken des Waldecker Wappens. Symbol für die ausgeübte Gerichtsbarkeit sind die gekreuzten Stäbe. Die zwei goldenen Löwen verweisen vermutlich auf Heinrich den Löwen und die schwarz-weißen Wellenlinien symbolisieren die Mangfall, die sich durch das Maxlrainer Gebiet schlängelt.
Das Wappen von Bad Tölz zeigt auf schwarzem Untergrund einen halben, rot bezungten und rot bewehrten, goldenen Löwen. Vor Mitte des 14. Jahrhunderts entstand das 1374 erstmals bezeugte älteste Siegel. Es war vermutlich eine Folge der Erweiterung der Freiheitsrechte durch Kaiser Ludwig den Bayern des schon 1281 als Markt erwähnten Ortes. Das Sinnbild war stets der halbe Löwe, der wohl eine Minderung des pfalz-bayerischen Löwen darstellt; im Schild zeigen ihn sämtliche Siegel seit etwa 1500 bis heute in nahezu unveränderter Gestaltung. Die Feldfarbe war den vielen Wiedergaben des Wappens seit 1565 zufolge ursprünglich blau. Die Fahne der Stadt ist schwarz-gold.
Das Wappen zeigt auf blauem Grund drei silberne, bayerische Rauten, die sich auf den Ortsnamen Bayrischzell beziehen. Der Bergumriss stellt den Wendelstein dar und der schwarze Gemsenkopf symbolisiert die benachbarten Reviere des Hochgebirgstieres.
Das Wappen von Fischbachau zeigt den Zickzackbalken der Wittelsbacher, der ein Teil des Klosterwappens von Scheyern ist - die Orts- und Klostergründerin Haziga war die älteste Ahnfrau des Hauses Wittelsbach. Der silberne Wellenbalken symbolisiert die Lage der Gemeinde im Leitzachtal und die goldene Marienkrone verweist auf die vielbesuchte Marienwallfahrt von Birkenstein.
Das Gemeindewappen zeigt auf grünem Grund einen schrägen silbernen Wellenbalken, darauf quer gelegt ein goldenes Flammenschwert. Der Wellenbalken weist auf den Bachlauf der Gaißach hin, nach dem die Gemeinde bannt ist, das Flammenschwert auf den Patron der Pfarrkirche und der Pfarrgemeinde, dem Heiligen Michael.
Das Wappen von Gmund a. Tegernsee zeigt in Blau über silbernen Wellen zwei verschlungene Seerosenblätter, überhöht von einer goldenen Krone mit lilienförmigen Blättern. Wie die Krone, so stammen auch die beiden verschlungenen Seerosenblätter und die Wasserwellen aus dem alten Klosterwappen von Tegernsee. Letztere sind als Symbol des einstigen Benediktinerstiftes schon seit um 1400, die Krone als zusätzliches Stifter-Wappen seit 1426 bezeugt. (Verkürzter Auszug aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv München 1 Nr. 1435/347 v. 15.04.1954)
Das Gemeindewappen von Hausham in Silber zeigt über zwei roten gekreuzten Stäben einen roten Adler. Dabei symbolisieren die Stäbe die richterliche Gewalt: „über jemanden die Stäbe brechen“. Es handelt sich hier um das alte Wappen der 1483 in der Hauptlinie ausgestorbenen Herren von Waldeck, das der Gemeinde Agatharied mit Beschluss des Ministeriums des Innern am 27. Januar 1911 genehmigt wurde.
Das Wappen von Lenggries zeigt einen silbernen Hirschen mit goldenem Geweih auf grünem Grund, der die wild- und waldreiche Umgebung versinnbildlicht. Zugleich ist der Hirsch auch ein Symbol der Schützen und Jäger.
„In Rot auf grünem Grunde eine silberne Kirche mit blauem Satteldach, zwischen drei Tannen.“ Das Wappen beruht auf der geschichtlichen Überlieferung, dass die Entstehung des Ortes auf einen Einsiedler in einer Kirche im Holz (Wald) zurückzuführen ist. (aus: Chronik des Marktes Holzkirchen)
Das Wappen von Miesbach zeigt eine weißblaue Standarde, die auf rotem Grund von Lorbeerzweig und Palmwedel umrahmt ist. Zurückgehend auf die Bürgerwehr in den napoleonischen Kriegen wurde es 1812 von König Max Joseph I. übergeben.
Das Wappen zeigt das Münchner Kindl, das auch die offizielle Wappenfigur Münchens ist. Wer das Münchner Kindl ursprünglich entworfen hat, ist nicht eindeutig nachweisbar. Erstmals zum „Leben erweckt“ wurde der Stadtmönch 1847 vom Maler Kaspar Braun. Bekleidet mit schwarzer Kutte und roten Schuhen hielt er in der linken Hand ein Eidbuch und erhob die Rechte zum Schwur. Von der Münchner Künstlerschaft befreit verselbstständigte er sich seither, wechselte zwischendurch das Geschlecht und repräsentiert heute in vielfältiger Form die Stadt München.
Das Wappen zeigt in einem geteilten Schild oben in Gold einen roten Panther, unten in Blau auf grünem Boden ein silbernes Haus mit goldenem Dach. Der Ortsname Reichersbeuern geht zurück auf die mittelhochdeutsche Form „Richerispuira“, Hof des Richer, der bereits im 8. Jh. zum Besitz des Klosters Tegernsee gehörte. Der Panther steht für das im 11. Jh. im Ort ansässige Adelsgeschlecht.
Das Wappen zeigt auf weißem Grund ein schwarzes Kreuz, ein in dunklem Grün gehaltenes Seerosenblatt und einen Nadelbaum in gleicher Farbe. Das Kreuz weist auf die Heilig-Kreuz-Kirche hin, das Seerosenblatt erinnert an die Beziehung zum Kloster Tegernsee und der Baum stellt eine Versinnlichung des Schaftlach umgebenden Waldes dar. (aus: Festschrift zur 500-Jahr-Feier der Heilig-Kreuz-Kirche, Verfasser: A. Demmelmeier)
Am 27.11.1926 genehmigte das Staatsministerium des Inneren dieses neue Wappen und die Ortsfarben Kornblumenblau/Goldgelb mit folgender Beschreibung: „Im blauen Feld auf einem Faldistorium sitzend der hl. Papst und Martyrer Sixtus II. im goldenen Pluviale und mit der Tiara auf dem Haupt, erhebt die Rechte zum Segen und hält in der Linken das gesenkte Schwert.“ (aus: SCHLIERSEE 779-1979, Eine Chronik zum Jubiläum, Herausgeber: Markt Schliersee, Nov. 1978) Entstanden ist das Wappen aus dem Siegel des ehemaligen Stiftskapitels Schliersee. Um das Kapitelsiegel nicht zu kopieren, wurde dem hl. Papst Sixtus II. statt des Buches, das er dort trägt, auf Anraten des Königlichen Reichsarchives das Schwert in die Hand gegeben.
www.schliersee.de und www.schliersee.com
Am 19. Oktober 1886 wurde das Wappen von Prinzregent Luitpold an die Gemeinde Tegernsee übergeben. Es entstand aus dem ehemaligen Tegernseer Klosterwappen. Im ersten und vierten Feld des Schildes sind auf dunkelblauem Grund drei goldene Kronen, im zweiten und dritten Feld vor weißem Hintergrund zwei Seeblätter in saftigem Dunkelgrün aus blauen Wellen wachsend, dargestellt. Die drei Kronen werden oft wegen der vermuteten Abstammung der beiden Klosterstifter als das burgundische Wappen erklärt. Eine andere Darstellung ordnet die Kronen dem Kaisersohn Quirin und den beiden Fürstensöhnen Adalbert und Otkar zu.
Valley gehört zu den ältesten Siedlungsorten im Landkreis. Der Name reicht bis in die römische oder sogar keltische Zeit zurück. Die über 1000-jährige Geschichte Valleys wird auf dem Wappen mit drei historischen Begebenheiten skizziert: 955 zog Graf Eberhard von Valley erfolgreich für den erkrankten bayerischen Herzog Heinrich I. in die Schlacht am Lechfeld. 1652 geleitete Graf Maximilian von Kurz als Brautwerber für Kurfürst Ferdinand Maria dessen Gattin Henriette Adelaide von Savoyen nach München. 1705 führte der Pfleger Alram von Valley 400 Oberländler gegen die österreichischen Besatzer nach Sendling/München. Die Bögen und der Doppeladler im Valleyer Wappen entstammen dem Familienschild der Reichsgrafen von Arco auf Valley, die das Schloss und die Grafschaft Valley im 19. Jahrhundert übernahmen.
Die beiden verschlungenen Seeblätter, ein altes Symbol des Klosters Tegernsee, deuten auf den ehemaligen Grundherren hin, dem die Orte Oberwarngau und Wall untertan waren. Symbol der Ding- und Gerichtsstätte, die das Kloster Tegernsee Jahrhunderte lang in Oberwarngau unterhielt, ist das rote Kreuz. Zugleich ist es ein Attribut des Kirchenpartrons St. Georg in Osterwarngau. Die eiserne Kette ist das Zeichen des heiligen Leonhard. Ihm ist die Wallfahrtskirche Allerheiligen geweiht. Sie symbolisiert das einigende Band, das die drei ursprünglich eigenständigen Orte Oberwarngau, Osterwarngau und Wall in der Gemeinde miteinander verknüpft.
www.warngau.de
Zuletzt aktualisiert 12.05.2008